Thursday, June 22, 2006

Luftfahrt-Aktien könnten sich erholen

V on Sam Stovall, Standard & Poor's

AMR könnte wieder flügge werden
22. Juni 2006
Für die Anleger war das Frühjahr sicherlich kein Zuckerschlecken. Vom 9. Mai bis zum 13. Juni verlor der S&P-Composite-1500, der sich aus dem S&P-500, dem S&P-MidCap-400 und dem S&P-SmallCap-600 zusammensetzt, etwas mehr als acht Prozent. In den drei darauffolgenden Tagen gewann er jedoch über zwei Prozent wieder zurück und notiert jetzt weniger als sechs Prozent unter dem jüngsten Höchststand in diesem Jahr.

Es überrascht nicht, daß einige der Branchen, die von dem Kurseinbruch am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurden - Stahl, Erdöl- und Erdgasförderung, Kohle und Brennstoffe, Fluggesellschaften und Erdöl- und Erdgasausrüstung und -dienstleistungen -, in diesen drei Tagen am besten abgeschnitten haben. Insbesondere die Kurse von Fluggesellschaften haben sich gut erholt, und die fundamentalen Aussichten für die Branche sind günstig.

Marktbedingungen scheinen sich zu verbessern


Aktien von Fluggesellschaften sind zwar weiterhin mit hohen Risiken behaftet. Nach Auffassung von S&P-Analyst Jim Corridore ist jedoch die Tendenz für den Sektor bei einer möglicherweise moderateren Ölpreisentwicklung, einer Verringerung der Differenz zwischen Öl- und Kerosinpreisen und steigenden Ticketpreisen bei hohem Passagieraufkommen günstig. Corridore meint, daß die Fluggesellschaften ihre Verluste im Jahr 2006 aufgrund dieser Tendenzen dürften deutlich eindämmen können. Einige größere Unternehmen könnten sogar wieder Gewinne erzielen.

Wie Corridore feststellt, haben die Anhebungen der Ticketpreise in den vergangenen sechs Monaten den Umsatz pro Sitz gesteigert, wodurch - zusammen mit steigenden Passagierzahlen - auch der Gesamtumsatz anstieg. Darüber hinaus könnte ein Rückgang der Ölpreise von ihrem Rekordniveau für eine weitere Entspannung der Situation sorgen. Die Nachfrage nach internationalen Flügen sei recht robust, und werde anhalten.


Schätzungen des Analysten zufolge erwirtschafteten die zehn größten amerikanischen Fluggesellschaften im Jahr 2004 einen Verlust von rund zehn Milliarden Dollar; ohne konkursbedingte Umstrukturierungsbelastungen beliefen sich die Verluste in jenem Jahr seinen Berechnungen zufolge auf rund vier Milliarden Dollar.

Wieder Spielräume bei den Ticketpreisen

Für 2005 sehe das Bild sehr viel ungünstiger aus: einschließlich der Umstrukturierungsaufwendungen bei United, Delta und Northwest habe der Verlust in diesem Jahr rund 27,2 Milliarden Dollar betragen. Personalkostensenkungen bei zahlreichen großen Fluggesellschaften und ein höheres Passagieraufkommen wirkten sich 2005 günstig aus; aufgrund der hohen Ölpreise und der niedrigen Ticketpreise erwirtschaftete die Branche jedoch insgesamt keine Gewinne.


Die Ticketpreise bleiben aufgrund des scharfen Preiswettbewerbs niedrig, zumal eine aggressive Vertriebspolitik verfolgt wird und Delta seinen Höchstpreis für Transkontinentalflüge auf 499 Dollar pro Flug festgelegt hatte. Seit April 2005 haben jedoch große Fluggesellschaften einige Preiserhöhungen durchgesetzt und auch zum größten Teil durchgehalten, was seit den Terroranschlägen vom 11. September nicht gelungen war. Zudem hob Delta im Juli 2005 den Höchstpreis pro Strecke um 100 Dollar auf 599 Dollar und im April 2006 um weitere 50 Dollar an.

Der Umsatz pro Passagiermeile (diese Maßzahl stützt sich auf die Zahl der von ertragbringenden Passagieren geflogenen Meilen) erhöhte sich im Jahr 2005 um 4,4 Prozent auf 683 Milliarden Dollar; 2004 wurde ein Anstieg um zehn Prozent verzeichnet. Nach Angaben von Corridore überstiegen die Zahlen für 2005 diejenigen für 2000, das letzte Jahr, in dem die Situation der Fluggesellschaften noch relativ günstig war. Allerdings sind die Renditen im selben Zeitraum deutlich gesunken. S&P geht davon aus, daß bei den Passagiermeilen 2006 ein weiterer Anstieg um zehn Prozent verzeichnet werden dürfte.

AMR und Continental als Favoriten


Unter anderem beobachtet Corridore UAL Corp., die Muttergesellschaft von United Airlines, deren Insolvenzverfahren am 2. Februar 2006 abgeschlossen wurde. Mit rund drei Milliarden Dollar in Barmitteln und niedrigeren Kosten könnte die Gesellschaft Wettbewerbsdruck auf den Gesamtsektor ausüben.

Delta und Northwest reichten im September 2005 einen Konkursantrag ein. Zugleich mit den Schwierigkeiten der größeren und traditionellen Fluggesellschaften verzeichnen Billigfluggesellschaften ein rasches und größtenteils rentables Wachstum. S&P geht davon aus, daß dieser Trend anhalten wird.


So ist also die derzeitige Lage. Sowohl angesichts der Fundamentaldaten als auch angesichts der jüngsten Dynamik hält S&P die Investitionsaussichten für den Subindex Fluggesellschaften für die kommenden zwölf Monate für günstig. Corridore setzt dabei vor allem auf AMR Corp., die Muttergesellschaft von American Airlines, und auf Continental Airlines, für die beide mit fünf Sternen bewertet werden. Des weiteren sind AirTran Holdings, Alaska Air, US Airways Group, Southwest Airlines und SkyWest (jeweils vier Sterne) zu empfehlen.

Text: Business Week Online
Bildmaterial: Associated Press, AP, FAZ.NET

Tuesday, June 20, 2006

EU verbannt weitere Fluglinien

BRÜSSEL, 20. Juni (AFP). Wegen Sicherheitsmängeln oder unzureichenden Sicherheitskontrollen in ihrem Heimatland verbannt die Europäische Union weitere Fluglinien von ihren Flughäfen. Auf der "schwarzen Liste" stehen nach Angaben der EU-Kommission vom Dienstag neue Gesellschaften, über die Mitgliedstaaten oder die Kommission schwerwiegende Mängel an das EU-Register meldeten. So wurden Flüge von "Blue Wing" aus Surinam und "Sky Gate International" aus Kirgistan komplett für die EU gesperrt. "Air West" aus dem Sudan wurden Beschränkungen auferlegt. "Star Jet" aus Kirgistan wurde gesperrt, weil es sich nach Feststellung der Kommission dabei um das gleiche Unternehmen handelt, das als "Star Air" mit Registrierung in Sierra Leone bereits auf dem EU-Index stand. Das wegen unzureichender nationaler Sicherheitsaufsicht ausgesprochene allgemeine Flugverbot für Gesellschaften aus der Demokratischen Republik Kongo, Äquatorialguinea, Liberia, Sierra Leone und Swaziland wurde auf weitere Airlines ausgeweitet. Weitere Änderungen der Liste betreffen einzelne Angebote von Fluggesellschaften. Von der Verhängung von Landeverboten verspricht sich die EU einen wirksamen Schritt gegen die Praxis, Flugzeuge unter "Billigflagge" in Ländern zu registrieren, wo Aufsichtsbehörden zweifelhafte Betriebserlaubnisse ausgeben.

Wednesday, June 07, 2006

Airport der Spitzenklasse

Viele kennen ihn und wußten es schon. Nun hat das Wirtschaftsmagazin Capital es auch amtlich gemacht. Der Münchner Airport schneidet unter allen deutschen Flughäfen am besten ab. In einer Vergleichsstudie schnitt der am schnellsten wachsende deutsche Airport in allen 107 Kritierien hervorragend ab. Eines der Markenzeichen ist neben der Sicherheit auch die geringen Umsteigezeiten - allein Lufthansa wirbt mit einer Mindestumsteigezeit von lediglich 35 Minuten.

Am schlechtesten schnitten neben Hamburg und Hannover die Airports von Berlin ab. Ob hier ein Ausbau etwas verändert, dürfte fraglich sein.