Sunday, May 21, 2006


Airbus kommt immer weiter in Verzug. Auf der Berliner Internationalen Luftfahrtausstellung wurde er in der vergangenen Woche zwar gefeiert. Aber eigentlich sollte der A380 schon an die ersten Airlines Emirates und Singapore Airlines ausgeliefert sein. Dennoch hat Airbus dem Jumbo von Boeing B 747 den Rang als größtes Flugzeug der Welt abgenommen und im Herbst wird er in den Liniendienst gehen.

Anders sieht es bei einem weiteren Prestigeprojekt von Airbus aus. Mit dem A350 sollte dem Dreamliner von Boeing B787 Konkurrenz gemacht werden. Während Boeing diesen Vogel bereits 2008 ausliefern will, hatte Airbus bislang 2010 avisiert und von Qatar Airways auch bereits 60 Bestellungen in den Büchern stehen gehabt.
Nun muss Airbus reagieren. Die Airlines hatten kritisiert, das Langstreckenflugzeug sei zu klein und im Verbrauch zu teuer. Und deshalb soll es nun einen Komplett-Review geben. Dies verzögert die Auslieferung, aber niemand will die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen. Und deshalb stellt sich Qatar die Frage, ob sie den A350 überhaupt noch wollen - zumindest in der Anzahl und zu dem Preis.

Airbus muss sich also bemühen, mehr auf die Kundenwünsch einzugehen. Auch Pünktlichkeit und Planungssicherheit ist gefragt.

Saturday, May 20, 2006

Buglandung 2. Teil

Auch bei Kazashstan Air passiert dies mal ... hier in Budapest am 18. April 2006

Friday, May 19, 2006

Buglandung


Kiel gibt es nicht nur im hohen Norden der Republik. "Kiel" ist auch ein Jumbo-Jet B 747-400 der Lufthansa. Der Jet mit 242 Passagieren und 16 Besatzungsmitgliedern war am 15. Mai 2006 in Frankfurt klar gemacht worden, um nach Delhi zu fliegen.

Kurz brach jedoch das vordere Fahrwerk ein und die Maschine sackte langsam auf den Schlepper. Sonst spürt man immer nur an der ziemlich wackeligen Fahrt, dass ein Flugzeug in die Luft gehört, diesmal brach das Fahrwerk komplett weg.
Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon und konnte über Brücken die Maschine verlassen. Die "Kiel" wird jedoch erstmal auf Kiel gelegt und repariert werden müssen.

Wednesday, May 17, 2006

Lufthansa: Im Anflug mit 150.000 neuen Gästen


Obwohl Emirates die offizielle Fluggesellschaft der Fußball-Weltmeisterschaft ist, gewinnt die Deutsche Lufthansa mit der Weltmeisterschaft in Deutschland. Durch die Verbindungen nach Deutschland und die zahlreichen innerdeutschen Verbindungen hofft Lufthansa-Chef Mayrhuber auf 150.000 zusätzliche Passagiere durch die Weltmeisterschaft in Deutschland. Bereits seit Herbst letzten Jahres fliegen zahlreiche Maschinen der deutschen Premiumairline mit dem Ball-Motiv am Bug und machen damit den Anspruch deutlich.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung machte der Lufthansa-Vorstand deutlich, dass er diesen Kurs einer Premiumairline fortsetzen möchte. Die deutsche Fluglinie ist einer der wenigen weltweit profitablen Airlines, die in diesem Segment fliegen. Nach einem operativen Gewinn von 577 Millionen € in 2005 soll dieser bis 2008 auf eine Milliarde € ansteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte Mayrhuber bereits im vergangenen Jahr ein weiteres Optimierungsprogramm aufgelegt, welches die Wirtschaftslichkeitsreserven aquirieren soll.

Und auch der Einkauf der Schweizer Airline Swiss International erweist sich als erfolgreich: "Die Synergieeffekte entwickeln sich schneller und umfangreicher, als wir gedacht haben. Wir sind hoch zufrieden. Swiss will in diesem Jahr den Break Even erreichen."
Trotz der Rückschläge innerhalb der Star Alliance durch die Probleme bei der brasilianischen Airline Varig ist das Bündnis, dessen Leader die Lufthansa ist, weiter auf dem Vormarsch.

Mit der Konsoldierung des Reiseveranstalters Thomas Cook und der Beteiligung am Frankfurter Flughafen FRAPORT macht der Aviation-Konzern deutlich, dass er seine Strategie als All-Travel-Unternehmen fortsetzen und ausbauen will. "
Der Konzern fokussiert sich nun auf die Segmente Reiseveranstalter, Vertrieb und Fluggesellschaften", sagte Mayrhuber.
Kritisch hatte sich Mayrhuber jedoch bereits in der Vergangenheit zur deutschen Genehmigungsbürokratie geäußert, die wichtige Projekte wie den Ausbau von FRAPORT und des Flughafens München behindere.

Monday, May 15, 2006

Internationale Luftfahrtausstellung 2006 in Berlin

Jedes Jahr findet sie statt: die Internationale Luftfahrtausstellung in Berlin. Die Financial Times Deutschland hat eine Auswahl von Bildern veröffentlich, die den strengen Informationscharakter dieses Blogs etwas auflockern sollen.

Publikumsmagnet: Airbus A380
Deutschlandpremiere: Das weltweit größte Passagierflugzeug ist erstmals in Berlin zu sehen. Für das Flugzeug gibt es bereits 160 Vorbestellungen. Ende des Jahres soll es zum ersten Mal ausgeliefert werden.

Zankapfel: Eurofighter 'Typhoon'
Die Bundeswehr zeigt auf der Messe über 60 Luftfahrzeuge. Der Eurofighter ist umstritten, vor allem der Preis von 80 Mio. Euro pro Flugzeug gilt als zu hoch. Trotzdem hat die Bundeswehr 180 Maschinen geordert.

Nothelfer: MedEvac Airbus A310
Auch die als fliegendes Krankenhaus bekannte Bundeswehrmaschine ist in Berlin zu sehen. Das Flugzeug erlangte durch seinen Einsatz nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien große Bekanntheit.

Autopilot: RQ-4A Global Hawk
Die Amerikaner machen sich rar in Berlin. Immerhin zeigt Northrop Grunman ein unbemanntes Flugzeug. Für die USA gehören solche Drohnen zur Zukunft der Luftkriegsführung.

Prototyp: EADS Barracuda
Auch EADS hat eine Drohne entwickelt. Ein Prototyp des Fluggerätes wurde erfolgreich in Spanien getestet. Der europäische Flugzeugbauer will damit auf dem lukrativen Markt punkten.

Leisetreter: Grob SPn
Das Businessflugzeug der deutschen Grob Werke ist aus Kunststoff. Die Maschine soll extrem leise fliegen.


Langstrecke: Airbus A340/600
Der europäische Flugzeugbauer hat nicht nur das größte, sondern auch das längste Passagierflugzeug. Das 75 Meter lange Verkehrsflugzeug fliegt besonders wirtschaftlich.

Rotorkraft: Hubschrauber Tiger
Insgesamt werden mehr als 60 Hubschrauber auf der Messe zu sehen sein. Die Helikopter wie der Tiger sind einer eigenen Halle untergebracht.

Retter: Eurocopter NH90
Die Messe präsentiert das gesamte Spektrum an Hubschraubern vom Luftrettungs- über den Forschungs- bis zum Polizeihubschrauber. Der NH90 gehört zu den modernsten Transport- und Mehrzweckhubschraubern der Welt.

Schaustück: A380
An den Publikumstagen ist der A380 in der Luft zu bewundern. Die Messe Berlin rechnet auch deswegen mit 230.000 Besuchern.

Raumfahrer: Die ISS
Auch die Raumfahrt präsentiert sich in Berlin. Die ISS ist als Modell ausgestellt.

Thursday, May 11, 2006

Dreimal schlechte Zahlen


Dies war nicht unbedingt ein guter Tag für die internationale Luftfahrt. Drei Fluggesellschaften veröffentlichten ihre Quartalszahlen und dreimal waren sie nicht befriedigend. Das erstaunliche daran: alle drei Airline Networks waren betroffen.

Delta Airlines fliegt bereits seit geraumer Zeit zwar am Himmel, aber wirtschaftlich mit Verlusten. Als eine der big five im U.S.-Luftfahrtgewerbe hat sie sich in den vergangenen Jahren als eine von drei der ersten fünf in die Gruppe eingereiht, die ein Konkursverfahren beantragt haben. Während United und U.S. Airways zwischenzeitlich wieder ohne den Gläubigerschutz des U.S.-Konkursrechts agieren können, steht Delta erst am Anfang einer langen Wegstrecke. Der Verkauf von Tochtergesellschaften brachte zwar Geld in die Kasse, die hohen Treibstoffkosten frass sämtliche Bemühungen um eine Konsolidierung nahezu vollständig wieder auf. Nun ist es an Piloten und Kabinenmitarbeitern, Kosten zu sparen.

Die brasilianische Varig dagegen steht wohl endgültig vor dem Aus in ihrer heutigen Form. Im Gegensatz zu Delta haben sich bei der Varig die Mitarbeiter, die über einen Fond an der Fluggesellschaft beteiligt ist, sich bislang einem Konsolidierungsbeitrag verweigert.
Nun soll der operativen Teil abgespalten und von Schulden freigestellt werden. Die Frage ist jedoch, ob einerseits der Markenname "Varig" erhalten bleibt und andererseits das internationale Streckennetz weiter bedient wird. Zwar soll - wird der neue Eigentümer diese nicht übernehmen wollen - das internationale Netz von dem übriggebliebenen Teil mit Altschulden zunächst weiterbetrieben werden. Wie lange ist jedoch unklar, da dann immer noch das Finanzierungsproblem ungelöst ist.
Als Mitglied der Star Alliance hat Varig bislang den Zugang zum südamerikanischen Markt gesichert. Bislang haben sich jedoch die dort zusammengeschlossenen Partnergesellschaften nicht entschließen können, der brasilianischen Linie unter die Arme zu greifen.

Nicht in der Existenz bedroht ist hingegen Singapore Airlines. Die von der Marktkapitalisierung her zweitgrößte Airline der Welt hat jedoch wie alle anderen Mitbewerber ebenso mit steigenden Treibstoffkosten zu kämpfen, die auf das Jahresergebnis geschlagen haben.
57,5 Prozent mehr mußte die Fluggesellschaft 2005 für Treibstoffe ausgeben. Insgesamt ging der Gewinn dadurch um 8,3 Prozent auf 1,24 Milliarden S$ zurück.

Wednesday, May 10, 2006

Dreamliner auch bei Airbus


Airbus ist derzeit vor allem in den Schlagzeilen, weil es seinen Supervogel A 380 vor dem Roll out für den Markt hat. Dieser ist zwischenzeitlich nicht mehr zu stoppen, auch wenn er später erfolgt als ursprünglich geplant.

Und trotzdem muss Airbus schon weiter denken, denn Boeing als schärfster Konkurrent plant einen bereits ebenso wie der A 380 nachgefragten Dreamliner. Der ist zwar kleiner, aber passt ebenso in das Konzept. Er ist kleiner und verbraucht weniger Treibstoff.

Und deshalb hat nun auch Airbus beschlossen, seine Familie zu optimieren. Auf Druck der Airlines soll der A 350, bereits seit längerem entwickelt und eigentlich vor dem Roll out stand, wird nun noch einmal auf das Reisbrett zurück beordert. Er soll leichter und damit auch sparsamer werden.
Konkurrenz belebt also doch das Geschäft.

Tuesday, May 09, 2006

Auch das A380-Klo läuft einwandfrei


Die Auslieferung des ersten A 380 an Singapore Airlines rückt immer näher und da wird es Zeit, dass auch die Innenausstattung in Hamburg getestet wird. Mit dem Evakuierungstest war bereits eine der wichtigen Zulassungsvoraussetzungen gelungen.

Nun galt es, die Funktionsfähigkeit so wichtiger Komponenten wie die Klimaanlage zu testen. Aber auch das Entertainment, heute ein durchaus bedeutender Kundenbindungsfaktor stand auf dem Prüfstand.

Am Boden hat der Supervogel den Test bestanden. Fehlt nur noch der Echttest in den Lüften - Airbus-spezifisch natürlich in Toulous.

Saturday, May 06, 2006

Wie gewonnen so zerronnen?


Man könnte fast sagen: wie gewonnen, so zerronnen.

Vor einem Monat feierte die Star Alliance noch die Aufnahme ihrer neuen Mitglieder Swiss und South African Airways. Und Lufthansa und All Nippon Airways feiern Rekordgewinne und Konsolidierungserfolge. Und nachdem auch United seit Anfang des Jahres das Insolvenzverfahren beendet hatte, schien die weltgrößte Aviation Alliance auf einem guten Weg zu sein.

Zwischenzeitlich sieht die Zukunft zwar immer noch hervorragend aus, aber nicht mehr rosig. Zumindest was den südamerikanischen Kontinent betrifft. Der dortige Partner Varig hat nämlich seit Anfang des Jahres erhebliche Problem, seinen Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat am 2. Mai 2006 bereits berichtet: „In den vergangenen Wochen hatte sich die Geldnot der Varig derartig zugespitzt, daß eine endgültige Schließung kaum mehr vermeidbar erschien. Immer mehr Flugzeuge mußten am Boden bleiben, weil die Varig keine ausreichenden Mittel für die Wartung mehr hat. Selbst das Geld für Treibstoff und Flughafengebühren droht auszugehen. Die Regierung lehnt weitere Finanzspritzen für die chronisch defizitäre Varig ab. "Es ist nicht die Aufgabe des Staates, ein gescheitertes Unternehmen zu retten", sagte Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva vor drei Wochen.
Damit würde für die Star Alliance der südamerikanische Markt faktisch wegbrechen. Mit Sao Paulo und Rio de Janeiro sind die Drehkreuze festgeschrieben und anderer Partner mit einer ähnlichen Stellung ist nicht in Sicht. Lan Chile ist bereits Mitglied beim Konkurrenznetzwerk One World. Ein Fokkusierung auf den brasilianischen Markt, wie sie das Varig-Management erwogen hat, würde daher auch nicht sehr viel bringen.
Problematisch bei Varig ist vor allem die starke Stellung der Mitarbeiter, die eine Sanierung seit Jahren behindern. Zu Lohnkürzungen sind sie nicht bereit und riskieren lieber ihren Arbeitsplatz insgesamt. Als United und U.S. Airways vor einigen Jahren in ähnlichen Problem steckten, griff Lufthansa noch unter die Arme. Die Rahmenbedingungen sind an der Copacapana jedoch aufgrund eben jener Probleme mit den Mitarbeitern anders gelagert, so dass sich Lufthansa derzeit eher zurückhalten dürfte. Varig droht sonst ein Fass ohne Boden zu werden und den erfolgreichen Lufthansa-Sanierungskurs zu gefährden.

Besser sieht es da bei All Nippon Airways aus. Der japanische Zweig kann einen Rekordgewinn vorweisen. Während der Umsatz um 5,9 Prozent stieg, konnte der Gewinn um 14,2 Prozent gesteigert werden.

Varig würde von solchen Zahlren wohl eher träumen.

Absturz eines Überfliegers

Air Berlin hatte große Pläne. Geworben hatte der Berliner Ferienflieger mit dem Prädikat, zweitgrößte deutsche Airline zu sein. Dass sie damit nur die große unter den kleinen ist und der Abstand zur größten deutschen Airline Lufthansa beträchtlich ist, fällt da nicht weiter auf.

Nun wollte Air Berlin, eine Mischung aus low cost carrier, Ferienflieger und Linienflieger, an die Börse gehen. Allen Warnungen zum trotz wurde der Börsenwert relativ hoch angesetzt und die Emissionsmenge der Aktien hoch gehalten. Ob nun der Werbeträger von Air Berlin, Johannes B. Kerner, irgendwas mit der verpatzten Börsenplazierung zu tun hat oder nicht, sei dahin gestellt. Fakt ist jedoch, dass Air Berlin alle Warnungen von Analysten in den Wind geschlagen hat und nun eine Bauchlandung droht.
Denn wie Der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe berichtet, droht die Verringerung der ausgegeben Aktien und die Preissenkung die Finanzierung der ehrgeizigen Ausbaupläne des Air Berlin-Streckennetzes zu gefährden. Potentielle Kandidaten einer Zusammenarbeit eine low coast alliance scheinen nunmehr auch abzuspringen.

Der lachende Dritte könnte dann wiederum Lufthansa heißen. Denn mit ihrer Ferienflugesellschaft Condor könnte TUI-Tochter Hapag Lloyd und HLX nunmehr zusammengehen und eine Allianz der Ferienflieger aufbauen. Bringt Lufthansa seine Tochter Germanwings noch mit in die Allianz ein, könnte ein europäischer Verbund von low cost carriern entstehen. Den über seine europäischen Star Alliance-Partner verfügt Lufthansa über eine einzigartige Stellung im europäischen Luftverkehr. Lufthansa hat bereits mit der Gründung der Star Alliance 1993 Maßstäbe gesetzt und könnte durch die Etablierung einer Star Alliance Holiday und einer Star Alliance baby außerhalb des Premiumsektors eine starke Marktposition erreichen.