Thursday, December 14, 2006

Bewegung am Boden, Part 1


Fluggesellschaften waren bisher ein Sondersegment der Wirtschaft: einerseits einer hohen staatlichen Regulierung mit nationalem Symbolgehalt unterworfen und andererseits für Finanzinvestoren relativ unterinteressant. Quantas, die australische Erfolgsgeschichte, zeigt nun, dass dies nicht dauerhaft so bleiben muss.

Quantas geht nun neue Wege und als erste Fluggesellschaft wird sie vollständig von Finanzgesellschaften übernommen. Mit der ausralischen Investmentbank Macquarie und der U.S.-Investorengruppe Texas Pacific geht auch die Finanzwelt neue Wege, ist die internationale Luftfahrt doch immer noch eines der stärksten reglementierten Segmente der Wirtschaft. Investoren gehen damit ein nicht unerhebliches Risiko ein, droht ihnen doch im Konfliktfalle der teilweise Investverlust. Zudem war der Luftverkehr in den letzten Jahren durch SARS, Vogelgrippe, Terroranschläge und Kriege schwer kalkulierbaren externen Einflüssen ausgesetzt und erholt sich erst langsam wieder von diesen Schocks.
Dennoch bleibt es aufgrund internationaler Bestimmungen erforderlich, dass ein Großteil der Eigentumsrechte in australischen Händen bleibt, verliert Quantas doch sonst Start- und Landrechte. Hier zeigt sich, dass Aktien im Luftverkehrsmarkt noch nicht so frei handelbar sind, wie sich dies der ein oder andere wünschen würde.

Macquarie ist im letzten Jahr durch zahlreiche Kaufangebote in Erscheinung getreten. So wollte die Bank den Energiedienstleister Techem und dem britischen Wasserlieferanten Thames Water erwerben. Im Luftverkehr gehört der Bank bereits der Flughafen Sydney.
Quantas zählt zu den profitabelsten Airlines. Nach dem Aus von Ansett Australia dominiert Quantas den australischen Markt.


Quellen
Investoren bieten für Quantas, FDT 22.11.2006

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