Wednesday, December 06, 2006

Boing versus Airbus


Man könnte es fast schon als annus horribile für Airbus bezeichnen: zunächst die Probleme mit dem A 380 und der massiv verzögerten Auslieferung. Dann die Antwort auf Boeings Dreamliner, den A 350 der auf Anforderung der potentiellen Kunden komplett neu gestaltet werden musste und damit auch erst mit Verzögerung in den Liniendienst überführt werden kann. Und nun wird Airbus auch noch der treueste Kunde - Lufthansa - untreu. Die Premium-Airline will anstatt einer höheren Stückzahl des A 380 ihre Modellpolitik wieder erweitern und 20 Boeing 747-800, die Erweiterung der B 747-400, in das Portfolio aufnehmen.

Lufthansa hatte seine Flotte in den letzten zwei Jahrzehnten Stück für Stück auf die Airbus-Modelle konsolidiert und damit die Modellvielfalt deutlich reduziert. Ziel war es, die Kosten durch Konzentration zu reduzieren. Und Lufthansa half damit Airbus ein ganzes Stück zu einem Erfolgsmodell zu werden. Es ist damit schon fast ein Paradigmenwechsel, wenn die deutsche Airline ihre Produktpalette erweitert. Zwar stellt die B 747-800 mit 470 Sitzplätzen eine sinnvolle Ergänzung im Schritt zum A 380 mit 550 Sitzpolätzen dar. So gross ist der Sprung jedoch nicht und so muss wohl doch ein gehöriges Stück Skepsis bei dem LH-Management mitspielen. Das Warten auf den A 380 hat ein Ende und die Flotte in den großen Langstreckenflugzeugen ist bei Lufthansa zwar nicht alt, jedoch im Rahmen der Firmenpolitik erneuerungsbedürftig. Eine weitere Verzögerung des A 380 ist damit nicht mehr hinnehmbar.
Lufthansa nimmt damit bewußt höhere Wartungskosten in Kauf, um ein langfristiges massives Geschäftsrisiko zu vermeiden. Die demonstrative Galanz beim Airbus-Management sollte daher auch hinterfragt werden, ernsthafte Sorgen wären es wert.

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