Saturday, May 06, 2006

Absturz eines Überfliegers

Air Berlin hatte große Pläne. Geworben hatte der Berliner Ferienflieger mit dem Prädikat, zweitgrößte deutsche Airline zu sein. Dass sie damit nur die große unter den kleinen ist und der Abstand zur größten deutschen Airline Lufthansa beträchtlich ist, fällt da nicht weiter auf.

Nun wollte Air Berlin, eine Mischung aus low cost carrier, Ferienflieger und Linienflieger, an die Börse gehen. Allen Warnungen zum trotz wurde der Börsenwert relativ hoch angesetzt und die Emissionsmenge der Aktien hoch gehalten. Ob nun der Werbeträger von Air Berlin, Johannes B. Kerner, irgendwas mit der verpatzten Börsenplazierung zu tun hat oder nicht, sei dahin gestellt. Fakt ist jedoch, dass Air Berlin alle Warnungen von Analysten in den Wind geschlagen hat und nun eine Bauchlandung droht.
Denn wie Der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe berichtet, droht die Verringerung der ausgegeben Aktien und die Preissenkung die Finanzierung der ehrgeizigen Ausbaupläne des Air Berlin-Streckennetzes zu gefährden. Potentielle Kandidaten einer Zusammenarbeit eine low coast alliance scheinen nunmehr auch abzuspringen.

Der lachende Dritte könnte dann wiederum Lufthansa heißen. Denn mit ihrer Ferienflugesellschaft Condor könnte TUI-Tochter Hapag Lloyd und HLX nunmehr zusammengehen und eine Allianz der Ferienflieger aufbauen. Bringt Lufthansa seine Tochter Germanwings noch mit in die Allianz ein, könnte ein europäischer Verbund von low cost carriern entstehen. Den über seine europäischen Star Alliance-Partner verfügt Lufthansa über eine einzigartige Stellung im europäischen Luftverkehr. Lufthansa hat bereits mit der Gründung der Star Alliance 1993 Maßstäbe gesetzt und könnte durch die Etablierung einer Star Alliance Holiday und einer Star Alliance baby außerhalb des Premiumsektors eine starke Marktposition erreichen.

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