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Thursday, October 25, 2007

König der Lüfte

37 Jahre, 9 Monate und 4 Tage nach dem Jungfernflug des B 747-Jumbo gab es eine neue Premiere: Um 8.00 Uhr Singapore Time hob Flug SQ 380 vom Changi Airport in Richtung Sidney ab und begann die kommerzielle Luftfahrt des neuen Königs der Lüfte.



Auf dem siebenstündigen Flug werden Passagiere sitzen, die ihren Flug in einer Online-Auktion ersteigert haben. Für den Sitz 1A gab ein Brite allein 100.000 $ aus. Verwöhnt werden sie auf diesem ersten Flug von zwei Spitzenköchen aus Singapore und Sydney mit Kavier und Entenbrust.
Singapore Airlines hat sich für den neuen König der Lüfte gestalterisch einiges einfallen lassen. Die First Class ist mit eigenen Zimmerchen für jeden Passagier ausgestattet, quasi das Hotel zum Flug. Aber auch die Business and Economy Class lassen mehr Beinfreiheit als sonst. Man darf gespannt sein, welche Ideen die anderen Airlines haben, die nach und nach ihre A 380 ausgeliefert bekommen. Auch Emirates, der nächste Kandidat für die Auslieferung, wird sich sicher nicht scheuen, edel und schick zu sein.

Friday, December 01, 2006

A380 am Ende der Weltreise

Es war gedacht als Triumphzug um die Welt. Die Nachrichten aus Toulouse haben die Aufmerksamkeit jedoch auf die wirtschaftlichen Probleme gelenkt. Und dennoch wurde der A 380 überall begeistert empfangen. Noch nie in der Geschichte der Luftfahrt wurde ein Flugzeug mit soviel Pomp und Clamour gefeiert.

Und dennoch: dem A 380 steht nun nichts mehr im Wege. Auch wenn die erste Maschine noch nicht ausgeliefert ist und Airbus mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat: der technischen Zulassung steht nun nichts mehr im Wege. Und irgendwann in den nächsten Jahren wird auch jeder die Möglichkeit nutzen können, den Traum des Fliegens auf zwei Decks genießen zu können.

Wednesday, October 04, 2006

Boeing könnte die A380-Lücke füllen
Emirates erwägt Modellwechsel / Singapore Airlines enttäuscht

noa./che. FRANKFURT/SINGAPUR, 4. Oktober. Die neuerliche, dritte Verzögerung der Auslieferung des Großraumflugzeuges A380 von Airbus bringt einige der 16 Fluggesellschaften in Bedrängnis. Nachdem EADS am Sonntag bestätigt hat, daß sich die Auslieferung durchschnittlich bis zu einem Jahr verzögert (F.A.Z. vom 30. September), prüfen daher einige Fluggesellschaften andere Optionen.

Wohl am massivsten beeinträchtigt die Verspätung die arabische Fluggesellschaft Emirates, die mit 43 Bestellungen für die Passagierversion der größte Abnehmer des A380 ist. Mit dem späteren Zugang der Maschinen werden die ehrgeizigen Wachstumspläne der Fluglinie beeinträchtigt. Besonders schwer wiegt, daß die Flugzeuge im Asien-Pazifik-Verkehr eingesetzt werden sollten, dem Wachstumsmarkt der Weltluftfahrt. Deshalb ist es verständlich, daß Tim Clark, Präsident von Emirates Airlines, angekündigt hat, alle Optionen zu prüfen. Da die erste Maschine nun erst im August 2008 zu Emirates kommt, spricht er "von einem erheblichen Einfluß auf das Wachstum" des Unternehmens. Emirates erwägt nun, auf andere Modelle auszuweichen. Mit der weiteren Verzögerung der Auslieferung des A380 werden auch das Image und die Glaubwürdigkeit von Singapore Airlines (SIA) beschädigt. Denn seit Jahren wirbt die Fluggesellschaft des Stadtstaates unter dem Kampagnentitel "First to Fly" damit, das Modell als erste einzusetzen. Das wird zwar so bleiben - aber eben Jahre später als erwartet, und immer wieder hinausgeschoben. Auf der SIA-Werbe-Website für den A380 war am Mittwoch von den schlechten Nachrichten noch nichts zu lesen. Die Fluggesellschaft aber erklärte, sie werde von Airbus entsprechend den Verträgen entschädigt werden. Die Singapurer haben zehn feste Bestellungen und neun Optionen. "Die Verspätungen sind enttäuschend. Wir prüfen die Auswirkungen auf unser Wachstum und Möglichkeiten, diese zu lindern", heißt es in einer Mitteilung.

Konkreter wird Qantas Airways Ltd. Die Australier wollen nun "alle Optionen" prüfen - das heißt im Zweifelsfall auch eine Abbestellung ihrer zwölf A380. Ursprünglich hätte die erste Maschine in diesem Monat an sie ausgeliefert werden sollen. Nun dürften die ersten vier Maschinen Ende 2008, die weiteren Mitte 2009 geliefert werden. "Einige waren als Ersatz für ausgemusterte Flugzeuge gedacht, andere, um unser Wachstum im Passagieraufkommen zu bedienen", hieß es am Mittwoch bei Qantas. Für die erste Verzögerung hatten die Australier eine Ausgleichszahlung von 104 Millionen australischen Dollar (61 Millionen Euro) erhalten. Nun wollen sie über die Höhe weiterer Entschädigungen verhandeln. Über eine Kompensation will auch Thai Airways International mit dem europäischen Konsortium sprechen. Die Thais sollten ab 2009 sechs Maschinen bekommen. Die Verluste schreibende Malaysian Airline System Bhd. sollte die neuerliche Verzögerung nutzen, ihre Bestellung von sechs A380 zu streichen, forderte unterdessen deren Gewerkschaftssekretär Mustafar Maarof. Analysten sagten, die Verzögerung biete der malaysischen Fluglinie eine letztlich willkommene Atempause, in der sie sich restrukturieren könne.

Auch die Lufthansa wird ihr erstes Flugzeug vom Typ A380 erst ein Jahr später und damit im Sommer 2009 erhalten, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. "Dies ist natürlich eine deutlich stärkere Verzögerung als erwartet, aber wir sind trotzdem weiterhin vom Erfolg des A380 überzeugt." Doch zu Kapazitätsengpässen wird es bei der Fluglinie nicht kommen. Am 20. September hatte die Lufthansa fünf A330 mit je 220 Sitzen bestellt. Sie sollen im ersten Quartal 2008 die Flotte erweitern. Noch in diesem Jahr wird eine weitere Entscheidung über den Kauf von Langstreckenflugzeugen fallen. Ob dies die neue Boeing 747-8, die von 2010 an kommen soll, einschließt, ist nicht ganz unwahrscheinlich.


Text: F.A.Z., 05.10.2006, Nr. 231 / Seite 17

Monday, July 17, 2006

Konstrukteursprobleme

Nun also auch Boeing. Die Lieferprobleme beim europäischen Flugzeugbauer AIRBUS waren schon längst bekannt und der im Herbst ausgelieferte A 380 an Singapore Airlines wird wohl vorerst der einzigste sein, der kommerziell sich in die Lüfte erhebt. Nachdem auch mit dem A 350 Konstruktionsprobleme offenbar wurde, geriet AIRBUS vor allem durch interne Streitigkeiten in die Schlagzeilen. Die Folge: die französische Führungshälfte wurde ausgetauscht.

Und nun auch Boeing. Bislang hatte alles so ausgesehen, als ob der Dreamliner das neue Erfolgskind der Lüfte würde.

Sunday, March 26, 2006

A380: Zulassung geschafft


Das gewagte Unterfangen ist nun geglückt: 897 wurden in 80 Sekunden durch AIRBUS evakuiert. Schummriges Licht, eine Cabine wie nach einem Langstreckenflug - wer mal geflogen ist, kennt dies.

AIRBUS hat es geschafft. Obwohl im Vorfeld selbst vom eigenen Management die Erwartungen an den Test gedämpft worden waren, wurde dennoch alles daran gesetzt, gleich beim ersten Mal die letzte noch bestehende Hürde zur Verkehrszulassung zu meistern. Und die Hamburger haben es geschafft und nun stehen dem neuen "König der Lüfte" also die Toren zur Welt offen.

Der ersten Auslieferung an Singapore Airlines im Herbst diesen Jahres steht also nichts mehr im Wege. Trotz dieses aussichtsreichen Jungfernfluges mit Passagieren stehen hat AIRBUS die Gewinnschwelle noch nicht erreicht. Die 12 Milliarden Euro an Entwicklungskosten werden erst bei ca. 300 verkauften Maschinen (Stückpreis 290 Millionen Euro) eingespielt sein. Noch sind nur 156 Bestellungen eingegangen und die tollkühnen Träume eines Badezimmers am Himmel oder eines Konferenzzentrums sind wohl eher Träume als Realität. Höchstens die arabischen Scheichs werden sich diesen Traum vielleicht leisten wollen, komfortabel zu reisen. Aber auch dort sind die Reisebudgets nicht mehr so übig ausgestattet. Deshalb braucht AIRBUS dringend auch den U.S.-Markt, der bisher weiter fest an BOEING gebunden ist.