Tuesday, October 24, 2006

Richtige Entscheidung des Präsidenten


Kurz und knapp teilte das Bundespräsidialamt heute mit:
Bundespräsident Horst Köhler hat entschieden, das Gesetz zur Neuregelung der Flugsicherung nicht auszufertigen. Er hat seine Entscheidung in gleich lautenden Briefen der Bundeskanzlerin, dem Präsidenten des Deutschen Bundestages und dem Präsidenten des Bundesrates mitgeteilt.
Das verfassungsrechtliche Novum dieser Entscheidung sei an dieser Stelle dahin gestellt, da sie auch in der Sache vollkommen korrekt ist. Den was war das Ziel des Gesetzes: Der Bund hätte einen Teil seiner Hoheitsrechte, die Flugsicherung, abgegeben und sie in die Interessen von Finanzinvestoren abgegeben, die gezielte Interessen der Gewinnmaximierung verfolgen. Selbst Fluggesellschaften und Flughäfen waren nicht damit einverstanden und gaben eher widerwillig ein Kaufgebot ab, um sich einen gewissen Einfluss zu sichern. Nicht erst mit dem Flugzeugunglück von Überlingen wurde deutlich, dass Hoheitsrechte nicht einfach veräußerbar sind, sondern aktiv vom Staat wahrgenommen werden müssen.
Dazu zählt nun einmal auch die Flugsicherung, da sie eine polizeiliche Aufgabe darstellt. Die Auslagerung in eine eigene Gesellschaft ist dabei noch vertretbar, hatte der Bund als alleiniger Eigentümer hier immer noch das volle Zugriffsrecht. Die Finanzsorgen des Staates und das übertriebene Privatisierungsgeschrei einiger Weniger darf den Blick jedoch nicht dafür verstellen, dass ein Nachtwächterstaat für alle mit unkalkulierbaren Folgen verbunden ist, nicht nur in der Luft.

Wednesday, October 04, 2006

Boeing könnte die A380-Lücke füllen
Emirates erwägt Modellwechsel / Singapore Airlines enttäuscht

noa./che. FRANKFURT/SINGAPUR, 4. Oktober. Die neuerliche, dritte Verzögerung der Auslieferung des Großraumflugzeuges A380 von Airbus bringt einige der 16 Fluggesellschaften in Bedrängnis. Nachdem EADS am Sonntag bestätigt hat, daß sich die Auslieferung durchschnittlich bis zu einem Jahr verzögert (F.A.Z. vom 30. September), prüfen daher einige Fluggesellschaften andere Optionen.

Wohl am massivsten beeinträchtigt die Verspätung die arabische Fluggesellschaft Emirates, die mit 43 Bestellungen für die Passagierversion der größte Abnehmer des A380 ist. Mit dem späteren Zugang der Maschinen werden die ehrgeizigen Wachstumspläne der Fluglinie beeinträchtigt. Besonders schwer wiegt, daß die Flugzeuge im Asien-Pazifik-Verkehr eingesetzt werden sollten, dem Wachstumsmarkt der Weltluftfahrt. Deshalb ist es verständlich, daß Tim Clark, Präsident von Emirates Airlines, angekündigt hat, alle Optionen zu prüfen. Da die erste Maschine nun erst im August 2008 zu Emirates kommt, spricht er "von einem erheblichen Einfluß auf das Wachstum" des Unternehmens. Emirates erwägt nun, auf andere Modelle auszuweichen. Mit der weiteren Verzögerung der Auslieferung des A380 werden auch das Image und die Glaubwürdigkeit von Singapore Airlines (SIA) beschädigt. Denn seit Jahren wirbt die Fluggesellschaft des Stadtstaates unter dem Kampagnentitel "First to Fly" damit, das Modell als erste einzusetzen. Das wird zwar so bleiben - aber eben Jahre später als erwartet, und immer wieder hinausgeschoben. Auf der SIA-Werbe-Website für den A380 war am Mittwoch von den schlechten Nachrichten noch nichts zu lesen. Die Fluggesellschaft aber erklärte, sie werde von Airbus entsprechend den Verträgen entschädigt werden. Die Singapurer haben zehn feste Bestellungen und neun Optionen. "Die Verspätungen sind enttäuschend. Wir prüfen die Auswirkungen auf unser Wachstum und Möglichkeiten, diese zu lindern", heißt es in einer Mitteilung.

Konkreter wird Qantas Airways Ltd. Die Australier wollen nun "alle Optionen" prüfen - das heißt im Zweifelsfall auch eine Abbestellung ihrer zwölf A380. Ursprünglich hätte die erste Maschine in diesem Monat an sie ausgeliefert werden sollen. Nun dürften die ersten vier Maschinen Ende 2008, die weiteren Mitte 2009 geliefert werden. "Einige waren als Ersatz für ausgemusterte Flugzeuge gedacht, andere, um unser Wachstum im Passagieraufkommen zu bedienen", hieß es am Mittwoch bei Qantas. Für die erste Verzögerung hatten die Australier eine Ausgleichszahlung von 104 Millionen australischen Dollar (61 Millionen Euro) erhalten. Nun wollen sie über die Höhe weiterer Entschädigungen verhandeln. Über eine Kompensation will auch Thai Airways International mit dem europäischen Konsortium sprechen. Die Thais sollten ab 2009 sechs Maschinen bekommen. Die Verluste schreibende Malaysian Airline System Bhd. sollte die neuerliche Verzögerung nutzen, ihre Bestellung von sechs A380 zu streichen, forderte unterdessen deren Gewerkschaftssekretär Mustafar Maarof. Analysten sagten, die Verzögerung biete der malaysischen Fluglinie eine letztlich willkommene Atempause, in der sie sich restrukturieren könne.

Auch die Lufthansa wird ihr erstes Flugzeug vom Typ A380 erst ein Jahr später und damit im Sommer 2009 erhalten, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. "Dies ist natürlich eine deutlich stärkere Verzögerung als erwartet, aber wir sind trotzdem weiterhin vom Erfolg des A380 überzeugt." Doch zu Kapazitätsengpässen wird es bei der Fluglinie nicht kommen. Am 20. September hatte die Lufthansa fünf A330 mit je 220 Sitzen bestellt. Sie sollen im ersten Quartal 2008 die Flotte erweitern. Noch in diesem Jahr wird eine weitere Entscheidung über den Kauf von Langstreckenflugzeugen fallen. Ob dies die neue Boeing 747-8, die von 2010 an kommen soll, einschließt, ist nicht ganz unwahrscheinlich.


Text: F.A.Z., 05.10.2006, Nr. 231 / Seite 17

Friday, September 29, 2006

New Gate to Asia - Bangkoks neuer Airport Suvarnabhumi

Wer kennt ihn nicht: Dan Muong International Airport in Bangkok. Wenn man landet, ist zwischen den beiden Start- und Landebahnen der Golfplatz des Militärs zu sehen und das Terminal strahlt den Charme eines sozialistischen Baus der 1970er Jahre aus.

Dies sollte anders werden. Thailand wächst und wächst und selbst nach dem Militärputsch vor zwei Wochen ist nicht zu erwarten, dass Boom Country Thailand etwas an seiner wirtschaftlichen Attraktivität einbüßt. Und deshalb wurde Suvarnabhumi gebaut. Ähnliche Planungszeiten wie dem besten europäischen Airport, aber: We are in Asia. Und da herrschen andere Zeitvorstellungen als im dristen Europa. Und Skandale und Planverzögerungen gibt es nicht nur in Asien, sondern auch in Deutschland, man denke nur an München Allianz Arena.

Thailand hat sich mit seinem neuen Airport ein Stück aus dem Kuchen geschnitten, welches Wachstum verspricht, Menschen anzieht und den weiteren Ausbau zu einem internationalen Hub neben Singapore und Hongkong ermöglicht. Bereits heute streiten sich die drei Airports um Passagierzahlen und ein Flughafen wie Dan Muong, der über seinen Grenzen operiert kann da nur schlecht mithalten.
Und für einen weiteren Global Player spielt stellt der neue Flughafen einen erheblichen Konkurrenzvorteil dar. Während OneWorld in der Regiong lediglich den Heimatflughafen von Cathay Pacific in Hongkong nutzen kann, baut Star Alliance zielstrebig sein weltweites Netz aus und verfügt mit Singapore (Base of Singapore Airlines) und Bangkok als Basis von Thai International über zwei leistungsfähige Drehkreuze mit besten Anbindungen in alle asiatischen Regionen und den Pacific.

Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass der neue Flughafen auch einen Schub in Richtung Re-Demokratisierung bietet. Das Land des Lächelns wird es Danken.

Superlativ: Suvarnabhumi ist der größte und modernste Flughafen Asiens mit einem 132 Meter hohen Tower

Ab jetzt Vergangenheit: Der alte Airport Don Muang war wegen seiner Hässlichkeit berüchtigt

Chaos in der Ankunftshalle: Abholer blockieren den ohnehin engen Raum

"Es lebe der König": In Zeiten politischer Turbulenzen gilt Thailands Monarch vielen Menschen als Garant für Stabilität

Kulturschmuck: Riesige bunte Nachbildungen der Wächterfiguren und Dämonen aus der Tempelanlage des Königspalastes in Bangkok zieren die Ankunftshalle

Warteschlange für die Taxis: Am Eröffnungstag herrschte stellenweise Chaos

Der erste Tag: Check-in am Suvarnabhumi

Abheben in die Zukunft: Bangkok will zum zentralen Verkehrs-Drehkreuz in Südostasien werden. Doch die Konkurrenz ist groß

Mega-Projekt: Die Baukosten betrugen drei Milliarden Euro

Grün im "Goldenen Land": Teil des Terminal-Komplexes ist ein thailändischer Garten

Platz für die Massen: 51 Maschinen können gleichzeitig am Terminal andocken

Suvarnabhumi ist eine Schönheit: Der deutsche Architekt Helmut Jahn hat das Passagierterminal des neuen Flughafens von Bangkok aus Stahl, Glas und einem weißen Kunststoffzeltdach gestaltet

Thursday, July 20, 2006

Continental Airlines wieder auf Kurs


NEW YORK, 20. Juli (Reuters). Die viertgrößte amerikanische Fluggesellschaft Continental Airlines hat trotz gestiegener Treibstoffkosten im zweiten Quartal ihren Gewinn nahezu verdoppelt. Dazu trugen in erster Linie höhere Ticketpreise und niedrigere Lohnkosten bei. Unterm Strich verdiente Continental 198 Millionen Dollar nach 100 Millionen Dollar vor einem Jahr. Die Umsätze aus dem Passagier- und Frachtgeschäft kletterten um 23 Prozent auf 3,51 Milliarden Dollar, wobei der Großteil im Passagiergeschäft erzielt wurde. Auf den einzelnen Sitz umgerechnet stiegen die Erlöse ebenfalls. Zudem wies Continental mit 82,7 Prozent eine Rekord-Auslastung aus.

Ohne Sonderposten fiel je Aktie ein Gewinn von 1,93 Dollar an - ein Cent weniger als von Analysten erwartet. Dennoch zeigte sich Continental-Finanzchef Jeff Misner am Donnerstag sehr zufrieden: "Nach fünf Jahren harter Arbeit ist es toll, zu sehen, daß sich der Einsatz aller Beteiligten auszahlt. Doch trotz aller erzielten Fortschritte müssen wir uns weiter darauf konzentrieren, unnötige Kosten zu beseitigen." Wie nahezu alle anderen Fluggesellschaften hat Continental wegen der steigenden Treibstoffkosten versucht, an anderer Stelle zu sparen.

Wednesday, July 19, 2006

Southwest Airlines verdoppelt den Gewinn

NEW YORK, 19. Juli (Reuters). Die amerikanische Fluggesellschaft Southwest Airlines hat ihren Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Dabei profitierte der Billigflieger von höheren Ticketpreisen und der aggressiven Absicherung seiner Treibstoffkosten über den Terminmarkt. Der Nettogewinn sei in den drei Monaten bis Ende Juni auf 333 Millionen Dollar oder 40 Cent je Aktie gestiegen, teilte die nach Marktwert größte amerikanische Fluglinie am Mittwoch mit. Im Vorjahr verdiente Southwest 144 Millionen Dollar. Über den Terminmarkt konnte sich Southwest Airlines frühzeitig günstigere Treibstoffpreise sichern. Für das zweite Halbjahr rechnet die Gesellschaft aber trotz der Absicherung mit höheren Treibstoffkosten. Wegen des Auslaufens einiger Terminkontrakte hatte die Gesellschaft bereits die Ticket-Preise angehoben. Dies hatte auch einigen Rivalen Spielraum für Preiserhöhungen gegeben.

Monday, July 17, 2006

Konstrukteursprobleme

Nun also auch Boeing. Die Lieferprobleme beim europäischen Flugzeugbauer AIRBUS waren schon längst bekannt und der im Herbst ausgelieferte A 380 an Singapore Airlines wird wohl vorerst der einzigste sein, der kommerziell sich in die Lüfte erhebt. Nachdem auch mit dem A 350 Konstruktionsprobleme offenbar wurde, geriet AIRBUS vor allem durch interne Streitigkeiten in die Schlagzeilen. Die Folge: die französische Führungshälfte wurde ausgetauscht.

Und nun auch Boeing. Bislang hatte alles so ausgesehen, als ob der Dreamliner das neue Erfolgskind der Lüfte würde.

Tuesday, July 11, 2006

Nordamerika sinkt

Bei allen europäischen Fluggesellschaften ist es im Juni zu einem deutlichen Rückgang der Passagierleistung gekommen. Die deutsche Lufthansa vermeldet einen Rückgang der Angebote um 6 Prozent. British Airways musste sogar einen Rückgang um 6,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Flugkilometer verzeichnen. Lediglich Air France / KLM konnte sich steigern und verzeichnete eine Zunahme 5,9 Prozent.

Für Lufthansa ist diese Entwicklung noch ausgleichbar, da sie durch die Weltmeisterschaft im eigenen Land insgesamt eine Steigerung der Fluggastzahlen um 2,6 Prozent auf 4,8 Millionen verzeichnen konnte. Dass diese Steigerung vor allem im Inland und damit bei WM-Zubringern erreicht wurde, wird deutlich durch den Rückgang der verkauften Flugstrecke um 0,5 Prozent, woran der Rückgang des US-Geschäfts einen entscheidenden Anteil hat.

Derzeit liegen noch keine Analysen über die Ursachen vor. Zwar war für Urlauber das Wetter im Gegensatz zum Vorjahr deutlich besser und die Weltmeisterschaften verbannten auch zahlreiche Passagiere vor den heimischen Fernseher. Dies scheinen jedoch nicht alle Ursachengründe gewesen zu sein.

Thursday, June 22, 2006

Luftfahrt-Aktien könnten sich erholen

V on Sam Stovall, Standard & Poor's

AMR könnte wieder flügge werden
22. Juni 2006
Für die Anleger war das Frühjahr sicherlich kein Zuckerschlecken. Vom 9. Mai bis zum 13. Juni verlor der S&P-Composite-1500, der sich aus dem S&P-500, dem S&P-MidCap-400 und dem S&P-SmallCap-600 zusammensetzt, etwas mehr als acht Prozent. In den drei darauffolgenden Tagen gewann er jedoch über zwei Prozent wieder zurück und notiert jetzt weniger als sechs Prozent unter dem jüngsten Höchststand in diesem Jahr.

Es überrascht nicht, daß einige der Branchen, die von dem Kurseinbruch am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurden - Stahl, Erdöl- und Erdgasförderung, Kohle und Brennstoffe, Fluggesellschaften und Erdöl- und Erdgasausrüstung und -dienstleistungen -, in diesen drei Tagen am besten abgeschnitten haben. Insbesondere die Kurse von Fluggesellschaften haben sich gut erholt, und die fundamentalen Aussichten für die Branche sind günstig.

Marktbedingungen scheinen sich zu verbessern


Aktien von Fluggesellschaften sind zwar weiterhin mit hohen Risiken behaftet. Nach Auffassung von S&P-Analyst Jim Corridore ist jedoch die Tendenz für den Sektor bei einer möglicherweise moderateren Ölpreisentwicklung, einer Verringerung der Differenz zwischen Öl- und Kerosinpreisen und steigenden Ticketpreisen bei hohem Passagieraufkommen günstig. Corridore meint, daß die Fluggesellschaften ihre Verluste im Jahr 2006 aufgrund dieser Tendenzen dürften deutlich eindämmen können. Einige größere Unternehmen könnten sogar wieder Gewinne erzielen.

Wie Corridore feststellt, haben die Anhebungen der Ticketpreise in den vergangenen sechs Monaten den Umsatz pro Sitz gesteigert, wodurch - zusammen mit steigenden Passagierzahlen - auch der Gesamtumsatz anstieg. Darüber hinaus könnte ein Rückgang der Ölpreise von ihrem Rekordniveau für eine weitere Entspannung der Situation sorgen. Die Nachfrage nach internationalen Flügen sei recht robust, und werde anhalten.


Schätzungen des Analysten zufolge erwirtschafteten die zehn größten amerikanischen Fluggesellschaften im Jahr 2004 einen Verlust von rund zehn Milliarden Dollar; ohne konkursbedingte Umstrukturierungsbelastungen beliefen sich die Verluste in jenem Jahr seinen Berechnungen zufolge auf rund vier Milliarden Dollar.

Wieder Spielräume bei den Ticketpreisen

Für 2005 sehe das Bild sehr viel ungünstiger aus: einschließlich der Umstrukturierungsaufwendungen bei United, Delta und Northwest habe der Verlust in diesem Jahr rund 27,2 Milliarden Dollar betragen. Personalkostensenkungen bei zahlreichen großen Fluggesellschaften und ein höheres Passagieraufkommen wirkten sich 2005 günstig aus; aufgrund der hohen Ölpreise und der niedrigen Ticketpreise erwirtschaftete die Branche jedoch insgesamt keine Gewinne.


Die Ticketpreise bleiben aufgrund des scharfen Preiswettbewerbs niedrig, zumal eine aggressive Vertriebspolitik verfolgt wird und Delta seinen Höchstpreis für Transkontinentalflüge auf 499 Dollar pro Flug festgelegt hatte. Seit April 2005 haben jedoch große Fluggesellschaften einige Preiserhöhungen durchgesetzt und auch zum größten Teil durchgehalten, was seit den Terroranschlägen vom 11. September nicht gelungen war. Zudem hob Delta im Juli 2005 den Höchstpreis pro Strecke um 100 Dollar auf 599 Dollar und im April 2006 um weitere 50 Dollar an.

Der Umsatz pro Passagiermeile (diese Maßzahl stützt sich auf die Zahl der von ertragbringenden Passagieren geflogenen Meilen) erhöhte sich im Jahr 2005 um 4,4 Prozent auf 683 Milliarden Dollar; 2004 wurde ein Anstieg um zehn Prozent verzeichnet. Nach Angaben von Corridore überstiegen die Zahlen für 2005 diejenigen für 2000, das letzte Jahr, in dem die Situation der Fluggesellschaften noch relativ günstig war. Allerdings sind die Renditen im selben Zeitraum deutlich gesunken. S&P geht davon aus, daß bei den Passagiermeilen 2006 ein weiterer Anstieg um zehn Prozent verzeichnet werden dürfte.

AMR und Continental als Favoriten


Unter anderem beobachtet Corridore UAL Corp., die Muttergesellschaft von United Airlines, deren Insolvenzverfahren am 2. Februar 2006 abgeschlossen wurde. Mit rund drei Milliarden Dollar in Barmitteln und niedrigeren Kosten könnte die Gesellschaft Wettbewerbsdruck auf den Gesamtsektor ausüben.

Delta und Northwest reichten im September 2005 einen Konkursantrag ein. Zugleich mit den Schwierigkeiten der größeren und traditionellen Fluggesellschaften verzeichnen Billigfluggesellschaften ein rasches und größtenteils rentables Wachstum. S&P geht davon aus, daß dieser Trend anhalten wird.


So ist also die derzeitige Lage. Sowohl angesichts der Fundamentaldaten als auch angesichts der jüngsten Dynamik hält S&P die Investitionsaussichten für den Subindex Fluggesellschaften für die kommenden zwölf Monate für günstig. Corridore setzt dabei vor allem auf AMR Corp., die Muttergesellschaft von American Airlines, und auf Continental Airlines, für die beide mit fünf Sternen bewertet werden. Des weiteren sind AirTran Holdings, Alaska Air, US Airways Group, Southwest Airlines und SkyWest (jeweils vier Sterne) zu empfehlen.

Text: Business Week Online
Bildmaterial: Associated Press, AP, FAZ.NET

Tuesday, June 20, 2006

EU verbannt weitere Fluglinien

BRÜSSEL, 20. Juni (AFP). Wegen Sicherheitsmängeln oder unzureichenden Sicherheitskontrollen in ihrem Heimatland verbannt die Europäische Union weitere Fluglinien von ihren Flughäfen. Auf der "schwarzen Liste" stehen nach Angaben der EU-Kommission vom Dienstag neue Gesellschaften, über die Mitgliedstaaten oder die Kommission schwerwiegende Mängel an das EU-Register meldeten. So wurden Flüge von "Blue Wing" aus Surinam und "Sky Gate International" aus Kirgistan komplett für die EU gesperrt. "Air West" aus dem Sudan wurden Beschränkungen auferlegt. "Star Jet" aus Kirgistan wurde gesperrt, weil es sich nach Feststellung der Kommission dabei um das gleiche Unternehmen handelt, das als "Star Air" mit Registrierung in Sierra Leone bereits auf dem EU-Index stand. Das wegen unzureichender nationaler Sicherheitsaufsicht ausgesprochene allgemeine Flugverbot für Gesellschaften aus der Demokratischen Republik Kongo, Äquatorialguinea, Liberia, Sierra Leone und Swaziland wurde auf weitere Airlines ausgeweitet. Weitere Änderungen der Liste betreffen einzelne Angebote von Fluggesellschaften. Von der Verhängung von Landeverboten verspricht sich die EU einen wirksamen Schritt gegen die Praxis, Flugzeuge unter "Billigflagge" in Ländern zu registrieren, wo Aufsichtsbehörden zweifelhafte Betriebserlaubnisse ausgeben.

Wednesday, June 07, 2006

Airport der Spitzenklasse

Viele kennen ihn und wußten es schon. Nun hat das Wirtschaftsmagazin Capital es auch amtlich gemacht. Der Münchner Airport schneidet unter allen deutschen Flughäfen am besten ab. In einer Vergleichsstudie schnitt der am schnellsten wachsende deutsche Airport in allen 107 Kritierien hervorragend ab. Eines der Markenzeichen ist neben der Sicherheit auch die geringen Umsteigezeiten - allein Lufthansa wirbt mit einer Mindestumsteigezeit von lediglich 35 Minuten.

Am schlechtesten schnitten neben Hamburg und Hannover die Airports von Berlin ab. Ob hier ein Ausbau etwas verändert, dürfte fraglich sein.

Sunday, May 21, 2006


Airbus kommt immer weiter in Verzug. Auf der Berliner Internationalen Luftfahrtausstellung wurde er in der vergangenen Woche zwar gefeiert. Aber eigentlich sollte der A380 schon an die ersten Airlines Emirates und Singapore Airlines ausgeliefert sein. Dennoch hat Airbus dem Jumbo von Boeing B 747 den Rang als größtes Flugzeug der Welt abgenommen und im Herbst wird er in den Liniendienst gehen.

Anders sieht es bei einem weiteren Prestigeprojekt von Airbus aus. Mit dem A350 sollte dem Dreamliner von Boeing B787 Konkurrenz gemacht werden. Während Boeing diesen Vogel bereits 2008 ausliefern will, hatte Airbus bislang 2010 avisiert und von Qatar Airways auch bereits 60 Bestellungen in den Büchern stehen gehabt.
Nun muss Airbus reagieren. Die Airlines hatten kritisiert, das Langstreckenflugzeug sei zu klein und im Verbrauch zu teuer. Und deshalb soll es nun einen Komplett-Review geben. Dies verzögert die Auslieferung, aber niemand will die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen. Und deshalb stellt sich Qatar die Frage, ob sie den A350 überhaupt noch wollen - zumindest in der Anzahl und zu dem Preis.

Airbus muss sich also bemühen, mehr auf die Kundenwünsch einzugehen. Auch Pünktlichkeit und Planungssicherheit ist gefragt.

Saturday, May 20, 2006

Buglandung 2. Teil

Auch bei Kazashstan Air passiert dies mal ... hier in Budapest am 18. April 2006

Friday, May 19, 2006

Buglandung


Kiel gibt es nicht nur im hohen Norden der Republik. "Kiel" ist auch ein Jumbo-Jet B 747-400 der Lufthansa. Der Jet mit 242 Passagieren und 16 Besatzungsmitgliedern war am 15. Mai 2006 in Frankfurt klar gemacht worden, um nach Delhi zu fliegen.

Kurz brach jedoch das vordere Fahrwerk ein und die Maschine sackte langsam auf den Schlepper. Sonst spürt man immer nur an der ziemlich wackeligen Fahrt, dass ein Flugzeug in die Luft gehört, diesmal brach das Fahrwerk komplett weg.
Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon und konnte über Brücken die Maschine verlassen. Die "Kiel" wird jedoch erstmal auf Kiel gelegt und repariert werden müssen.

Wednesday, May 17, 2006

Lufthansa: Im Anflug mit 150.000 neuen Gästen


Obwohl Emirates die offizielle Fluggesellschaft der Fußball-Weltmeisterschaft ist, gewinnt die Deutsche Lufthansa mit der Weltmeisterschaft in Deutschland. Durch die Verbindungen nach Deutschland und die zahlreichen innerdeutschen Verbindungen hofft Lufthansa-Chef Mayrhuber auf 150.000 zusätzliche Passagiere durch die Weltmeisterschaft in Deutschland. Bereits seit Herbst letzten Jahres fliegen zahlreiche Maschinen der deutschen Premiumairline mit dem Ball-Motiv am Bug und machen damit den Anspruch deutlich.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung machte der Lufthansa-Vorstand deutlich, dass er diesen Kurs einer Premiumairline fortsetzen möchte. Die deutsche Fluglinie ist einer der wenigen weltweit profitablen Airlines, die in diesem Segment fliegen. Nach einem operativen Gewinn von 577 Millionen € in 2005 soll dieser bis 2008 auf eine Milliarde € ansteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte Mayrhuber bereits im vergangenen Jahr ein weiteres Optimierungsprogramm aufgelegt, welches die Wirtschaftslichkeitsreserven aquirieren soll.

Und auch der Einkauf der Schweizer Airline Swiss International erweist sich als erfolgreich: "Die Synergieeffekte entwickeln sich schneller und umfangreicher, als wir gedacht haben. Wir sind hoch zufrieden. Swiss will in diesem Jahr den Break Even erreichen."
Trotz der Rückschläge innerhalb der Star Alliance durch die Probleme bei der brasilianischen Airline Varig ist das Bündnis, dessen Leader die Lufthansa ist, weiter auf dem Vormarsch.

Mit der Konsoldierung des Reiseveranstalters Thomas Cook und der Beteiligung am Frankfurter Flughafen FRAPORT macht der Aviation-Konzern deutlich, dass er seine Strategie als All-Travel-Unternehmen fortsetzen und ausbauen will. "
Der Konzern fokussiert sich nun auf die Segmente Reiseveranstalter, Vertrieb und Fluggesellschaften", sagte Mayrhuber.
Kritisch hatte sich Mayrhuber jedoch bereits in der Vergangenheit zur deutschen Genehmigungsbürokratie geäußert, die wichtige Projekte wie den Ausbau von FRAPORT und des Flughafens München behindere.

Monday, May 15, 2006

Internationale Luftfahrtausstellung 2006 in Berlin

Jedes Jahr findet sie statt: die Internationale Luftfahrtausstellung in Berlin. Die Financial Times Deutschland hat eine Auswahl von Bildern veröffentlich, die den strengen Informationscharakter dieses Blogs etwas auflockern sollen.

Publikumsmagnet: Airbus A380
Deutschlandpremiere: Das weltweit größte Passagierflugzeug ist erstmals in Berlin zu sehen. Für das Flugzeug gibt es bereits 160 Vorbestellungen. Ende des Jahres soll es zum ersten Mal ausgeliefert werden.

Zankapfel: Eurofighter 'Typhoon'
Die Bundeswehr zeigt auf der Messe über 60 Luftfahrzeuge. Der Eurofighter ist umstritten, vor allem der Preis von 80 Mio. Euro pro Flugzeug gilt als zu hoch. Trotzdem hat die Bundeswehr 180 Maschinen geordert.

Nothelfer: MedEvac Airbus A310
Auch die als fliegendes Krankenhaus bekannte Bundeswehrmaschine ist in Berlin zu sehen. Das Flugzeug erlangte durch seinen Einsatz nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien große Bekanntheit.

Autopilot: RQ-4A Global Hawk
Die Amerikaner machen sich rar in Berlin. Immerhin zeigt Northrop Grunman ein unbemanntes Flugzeug. Für die USA gehören solche Drohnen zur Zukunft der Luftkriegsführung.

Prototyp: EADS Barracuda
Auch EADS hat eine Drohne entwickelt. Ein Prototyp des Fluggerätes wurde erfolgreich in Spanien getestet. Der europäische Flugzeugbauer will damit auf dem lukrativen Markt punkten.

Leisetreter: Grob SPn
Das Businessflugzeug der deutschen Grob Werke ist aus Kunststoff. Die Maschine soll extrem leise fliegen.


Langstrecke: Airbus A340/600
Der europäische Flugzeugbauer hat nicht nur das größte, sondern auch das längste Passagierflugzeug. Das 75 Meter lange Verkehrsflugzeug fliegt besonders wirtschaftlich.

Rotorkraft: Hubschrauber Tiger
Insgesamt werden mehr als 60 Hubschrauber auf der Messe zu sehen sein. Die Helikopter wie der Tiger sind einer eigenen Halle untergebracht.

Retter: Eurocopter NH90
Die Messe präsentiert das gesamte Spektrum an Hubschraubern vom Luftrettungs- über den Forschungs- bis zum Polizeihubschrauber. Der NH90 gehört zu den modernsten Transport- und Mehrzweckhubschraubern der Welt.

Schaustück: A380
An den Publikumstagen ist der A380 in der Luft zu bewundern. Die Messe Berlin rechnet auch deswegen mit 230.000 Besuchern.

Raumfahrer: Die ISS
Auch die Raumfahrt präsentiert sich in Berlin. Die ISS ist als Modell ausgestellt.

Thursday, May 11, 2006

Dreimal schlechte Zahlen


Dies war nicht unbedingt ein guter Tag für die internationale Luftfahrt. Drei Fluggesellschaften veröffentlichten ihre Quartalszahlen und dreimal waren sie nicht befriedigend. Das erstaunliche daran: alle drei Airline Networks waren betroffen.

Delta Airlines fliegt bereits seit geraumer Zeit zwar am Himmel, aber wirtschaftlich mit Verlusten. Als eine der big five im U.S.-Luftfahrtgewerbe hat sie sich in den vergangenen Jahren als eine von drei der ersten fünf in die Gruppe eingereiht, die ein Konkursverfahren beantragt haben. Während United und U.S. Airways zwischenzeitlich wieder ohne den Gläubigerschutz des U.S.-Konkursrechts agieren können, steht Delta erst am Anfang einer langen Wegstrecke. Der Verkauf von Tochtergesellschaften brachte zwar Geld in die Kasse, die hohen Treibstoffkosten frass sämtliche Bemühungen um eine Konsolidierung nahezu vollständig wieder auf. Nun ist es an Piloten und Kabinenmitarbeitern, Kosten zu sparen.

Die brasilianische Varig dagegen steht wohl endgültig vor dem Aus in ihrer heutigen Form. Im Gegensatz zu Delta haben sich bei der Varig die Mitarbeiter, die über einen Fond an der Fluggesellschaft beteiligt ist, sich bislang einem Konsolidierungsbeitrag verweigert.
Nun soll der operativen Teil abgespalten und von Schulden freigestellt werden. Die Frage ist jedoch, ob einerseits der Markenname "Varig" erhalten bleibt und andererseits das internationale Streckennetz weiter bedient wird. Zwar soll - wird der neue Eigentümer diese nicht übernehmen wollen - das internationale Netz von dem übriggebliebenen Teil mit Altschulden zunächst weiterbetrieben werden. Wie lange ist jedoch unklar, da dann immer noch das Finanzierungsproblem ungelöst ist.
Als Mitglied der Star Alliance hat Varig bislang den Zugang zum südamerikanischen Markt gesichert. Bislang haben sich jedoch die dort zusammengeschlossenen Partnergesellschaften nicht entschließen können, der brasilianischen Linie unter die Arme zu greifen.

Nicht in der Existenz bedroht ist hingegen Singapore Airlines. Die von der Marktkapitalisierung her zweitgrößte Airline der Welt hat jedoch wie alle anderen Mitbewerber ebenso mit steigenden Treibstoffkosten zu kämpfen, die auf das Jahresergebnis geschlagen haben.
57,5 Prozent mehr mußte die Fluggesellschaft 2005 für Treibstoffe ausgeben. Insgesamt ging der Gewinn dadurch um 8,3 Prozent auf 1,24 Milliarden S$ zurück.

Wednesday, May 10, 2006

Dreamliner auch bei Airbus


Airbus ist derzeit vor allem in den Schlagzeilen, weil es seinen Supervogel A 380 vor dem Roll out für den Markt hat. Dieser ist zwischenzeitlich nicht mehr zu stoppen, auch wenn er später erfolgt als ursprünglich geplant.

Und trotzdem muss Airbus schon weiter denken, denn Boeing als schärfster Konkurrent plant einen bereits ebenso wie der A 380 nachgefragten Dreamliner. Der ist zwar kleiner, aber passt ebenso in das Konzept. Er ist kleiner und verbraucht weniger Treibstoff.

Und deshalb hat nun auch Airbus beschlossen, seine Familie zu optimieren. Auf Druck der Airlines soll der A 350, bereits seit längerem entwickelt und eigentlich vor dem Roll out stand, wird nun noch einmal auf das Reisbrett zurück beordert. Er soll leichter und damit auch sparsamer werden.
Konkurrenz belebt also doch das Geschäft.

Tuesday, May 09, 2006

Auch das A380-Klo läuft einwandfrei


Die Auslieferung des ersten A 380 an Singapore Airlines rückt immer näher und da wird es Zeit, dass auch die Innenausstattung in Hamburg getestet wird. Mit dem Evakuierungstest war bereits eine der wichtigen Zulassungsvoraussetzungen gelungen.

Nun galt es, die Funktionsfähigkeit so wichtiger Komponenten wie die Klimaanlage zu testen. Aber auch das Entertainment, heute ein durchaus bedeutender Kundenbindungsfaktor stand auf dem Prüfstand.

Am Boden hat der Supervogel den Test bestanden. Fehlt nur noch der Echttest in den Lüften - Airbus-spezifisch natürlich in Toulous.

Saturday, May 06, 2006

Wie gewonnen so zerronnen?


Man könnte fast sagen: wie gewonnen, so zerronnen.

Vor einem Monat feierte die Star Alliance noch die Aufnahme ihrer neuen Mitglieder Swiss und South African Airways. Und Lufthansa und All Nippon Airways feiern Rekordgewinne und Konsolidierungserfolge. Und nachdem auch United seit Anfang des Jahres das Insolvenzverfahren beendet hatte, schien die weltgrößte Aviation Alliance auf einem guten Weg zu sein.

Zwischenzeitlich sieht die Zukunft zwar immer noch hervorragend aus, aber nicht mehr rosig. Zumindest was den südamerikanischen Kontinent betrifft. Der dortige Partner Varig hat nämlich seit Anfang des Jahres erhebliche Problem, seinen Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat am 2. Mai 2006 bereits berichtet: „In den vergangenen Wochen hatte sich die Geldnot der Varig derartig zugespitzt, daß eine endgültige Schließung kaum mehr vermeidbar erschien. Immer mehr Flugzeuge mußten am Boden bleiben, weil die Varig keine ausreichenden Mittel für die Wartung mehr hat. Selbst das Geld für Treibstoff und Flughafengebühren droht auszugehen. Die Regierung lehnt weitere Finanzspritzen für die chronisch defizitäre Varig ab. "Es ist nicht die Aufgabe des Staates, ein gescheitertes Unternehmen zu retten", sagte Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva vor drei Wochen.
Damit würde für die Star Alliance der südamerikanische Markt faktisch wegbrechen. Mit Sao Paulo und Rio de Janeiro sind die Drehkreuze festgeschrieben und anderer Partner mit einer ähnlichen Stellung ist nicht in Sicht. Lan Chile ist bereits Mitglied beim Konkurrenznetzwerk One World. Ein Fokkusierung auf den brasilianischen Markt, wie sie das Varig-Management erwogen hat, würde daher auch nicht sehr viel bringen.
Problematisch bei Varig ist vor allem die starke Stellung der Mitarbeiter, die eine Sanierung seit Jahren behindern. Zu Lohnkürzungen sind sie nicht bereit und riskieren lieber ihren Arbeitsplatz insgesamt. Als United und U.S. Airways vor einigen Jahren in ähnlichen Problem steckten, griff Lufthansa noch unter die Arme. Die Rahmenbedingungen sind an der Copacapana jedoch aufgrund eben jener Probleme mit den Mitarbeitern anders gelagert, so dass sich Lufthansa derzeit eher zurückhalten dürfte. Varig droht sonst ein Fass ohne Boden zu werden und den erfolgreichen Lufthansa-Sanierungskurs zu gefährden.

Besser sieht es da bei All Nippon Airways aus. Der japanische Zweig kann einen Rekordgewinn vorweisen. Während der Umsatz um 5,9 Prozent stieg, konnte der Gewinn um 14,2 Prozent gesteigert werden.

Varig würde von solchen Zahlren wohl eher träumen.